Information zur Wärmeplanung und zu den Machbarkeitsstudien Wärmenetz – Stand und nächste Schritte

Eine Information zur Einordnung des aktuellen Stands der Kommunalen Wärmeplanung & Machbarkeitsstudien zur Stadtteilwärme

Stand der Untersuchung

Die theoretischen Potenziale der Wärmequellen wurden im Rahmen des KWP ermittelt. In den Machbarkeitsstudien wird nun geprüft, welcher Anteil davon tatsächlich nutzbar ist. Dafür werden Einschränkungen, Verbote und Genehmigungsverfahren berücksichtigt und mit den zuständigen Behörden abgestimmt. Für mehrere technische Varianten werden die wirtschaftlichen Größenordnungen und Kennzahlen berechnet.

Für die ländlich geprägten Stadtteile außerhalb der Kernstadt, also Wittgenborn, Waldensberg und Leisenwald auf der “Platte” sowie Aufenau, Neudorf, Hesseldorf und Weilers im Tal, werden Netzlösungen untersucht, die zu dieser Siedlungsstruktur passen. Dort stehen die Gebäude weniger dicht als in der Kernstadt, die Leitungswege je Anschluss sind länger und der Wärmebedarf je Meter Leitung ist geringer. Klassische Wärmenetze mit hohen Temperaturen, wie in der Kernstadt, sind dafür oft zu verlustreich und zu teuer. Die Untersuchung geht deshalb in Richtung moderner, hybrider Netze, die mehrere Wärmequellen, Speicher und dezentrale Technik kombinieren. Betrachtet werden zwei Varianten:

  • Niedertemperaturnetz: Das Netz arbeitet mit deutlich niedrigeren Vorlauftemperaturen als klassische Wärmenetze. Dadurch sinken die Wärmeverluste in den Leitungen, und erneuerbare Quellen wie Großwärmepumpen oder Solarthermie lassen sich effizienter einbinden.
  • Kaltes Wärmenetz: Das Netz führt Wasser mit einer Temperatur nahe der Erd- bzw. Umgebungstemperatur. Jedes Gebäude erhält eine eigene Wärmepumpe, die die Wärme auf die benötigte Temperatur bringt. Die Leitungen haben kaum Verluste und können günstiger verlegt werden.

Zusätzlich geprüft werden:

  • die Möglichkeit, über das Netz im Sommer auch zu kühlen
  • eine Backup-Versorgung für den Katastrophenschutz
  • gemeinsame Bauabschnitte mit geplanten Straßensanierungen und Kanaltrassen

Nächste Schritte

  • Anfang bis Mitte Oktober 2026 werden die Straßen- und Kanalplanungen mit den möglichen Netztrassen abgeglichen, gemeinsam mit dem Tiefbau der Stadt und dem zuständigen Planungsbüro.
  • Mitte bis Ende November 2026 sind im Rahmen des KWP Maßnahmenworkshops geplant, aufgeteilt auf einen Termin für die Platte und zwei Termine für die Tallagen. Dort wird auch der Stand der Wärmenetzplanung aus den Machbarkeitsstudien vorgestellt. 

    Themen sind unter anderem:

  • die Wirtschaftlichkeit eines Wärmenetzes im Vergleich zu dezentralen Lösungen sowie die Förderung über die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW), deren Machbarkeitsstudie die Grundlage für weitere Fördermittel und eine spätere Umsetzung ist
  • die Förderung von Blockheizkraftwerken (BHKW) über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) bzw. das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG)
  • die Preisentwicklung fossiler Energieträger
  • die Rolle der Stadtwerke und mögliche Betreiberkonzepte
  • die Beteiligung der Bevölkerung
  • Gegebenenfalls werden bei einem weiteren Treffen auch die Ortsvorsteher der Brachttaler Nachbardörfer mit einbezogen

Zeitplan

Der kommunale Wärmeplan soll bis Ende 2026 abgeschlossen werden. Darauf aufbauend sollen die Kernergebnisse der Machbarkeitsstudie für die Tallage voraussichtlich Mitte 2027 fertiggestellt und veröffentlicht werden. Sollten sie die Umsetzbarkeit bestätigen, ist bis zum Baubeginn mit voraussichtlich zwei bis vier Jahren zu rechnen. Die Umsetzung erfolgt gegebenenfalls in mehreren Phasen bzw. Bauabschnitten. Voraussetzungen dafür sind die Klärung des Betreibermodells, etwa über die Stadtwerke und/oder eine Genossenschaft, die Finanzierung einschließlich einer Förderzusage sowie eine ausreichende Anschlussbereitschaft in den Stadtteilen.